Warum so hirnlos – was ist mit unserem Hirn los

Die Bühne in deinem Kopf steht noch. Vorhang auf.


Gretel: Kasperl, du rauchst wieder?! Du wolltest doch damit aufhören. Ist das denn so schwer?

Kasperl: Nein, das ist ganz leicht. Ich hab es ja schon so oft gemacht.

Gretel: Und warum fängst du immer wieder damit an?

Kasperl: Weil ich da gar nicht gefragt werde.


Warum wird Kasperl nicht gefragt?

Wer sitzt am Steuer?

Die schwabbelige Masse sieht aus wie eine riesige, blassgraue Walnuss, hat ein Volumen von rund 1.300 Kubikzentimetern und wiegt etwa 1,3 Kilogramm.

Dein Hirn hält dein Herz am Schlagen, deine Lunge am Atmen, es regelt deine Körpertemperatur, deinen Blutdruck, deinen Hunger, deinen Schlaf. Es erzeugt aus Lichtwellen das, was du siehst, und aus Schallwellen das, was du hörst. Es merkt sich, was du lernst, und vergisst das meiste gleich wieder.

Es steuert deine Hand, damit du greifen und begreifen kannst, denn Hand und Hirn hängen eng zusammen.

Dein Hirn fühlt, plant, zweifelt, verzweifelt, hofft, träumt, rechnet und verrechnet sich. Es verliebt sich in jemanden, der ihm nicht guttut, und weiß das die ganze Zeit. Es wird eifersüchtig ohne Grund. Es rastet aus wegen einer Kleinigkeit und das tut ihm unsäglich leid. Es ist traurig und weiß nicht, warum. Es freut sich über ein Lächeln. Es lässt dich eine Hand ergreifen und ist unendlich glücklich dabei. Es lässt dich wunderbare Dinge sagen. Und wenn du ihm zu viel zu trinken gibst, wird es besoffen und es lässt dich lallend Unsinn labern.

Dein Hirn arbeitet mit zwei unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

Tief in deinem Kopf verteilt sitzt, was wir als „limbisches System“ zusammenfassen. Uralt und blitzschnell. Es gibt sofort Antworten auf entscheidende Fragen: „gefährlich oder harmlos“, „angenehm oder unangenehm“, „hin oder weg“. Du zuckst zurück, bevor du erkannt hast, dass die Schlange am Boden ein Stock ist. In der Vergangenheit hat diese Schnelligkeit unsere Vorfahren überleben lassen.

In unserer komplexen Gegenwart stehen wir vor vielen Entscheidungen, die wir besser nicht schnell, sondern wohlüberlegt treffen. Dafür haben wir die Großhirnrinde. Dieser jüngste Teil unseres Hirns wägt ab, vergleicht, denkt voraus, stellt sich Folgen vor. Das kann Sekunden, Minuten, oft eine ganze Nacht dauern und verbraucht eine Unmenge an Energie.

Die kluge Großhirnrinde brauchst du, wenn du bewusst etwas tun oder lassen willst. Das Problem ist, dass die Klügere oft zu spät kommt.

Wie können wir erreichen, dass die Klügere öfter zum Zug kommt? Wie können wir unser Hirn und damit unser Verhalten steuern? Wie kann es Kasperl schaffen, endgültig mit dem Rauchen aufzuhören?

Dazu sehen wir uns unser Hirn genauer an.

… in Arbeit

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